Lange Nacht der Museen 2019


Am 5. Oktober 2019 beteiligte sich das Peršman-Museum zum elften Mal an der Langen Nacht der Museen, einer österreichweiten Aktion des ORF. Als besonderer Programmpunkt wurde der Film »Die Luken blieben geöffnet. Die bewegte Geschichte des Truppi-Hofs« von Tatjana Koren gezeigt. Der Film zeichnet das Schicksal der achtköpfigen Familie ihres Großvaters Janez Gallob während des NS-Regimes nach, die Historikerin Brigitte Entner beleuchtete in einer Einführung den historischen Rahmen des Geschehens.

Ein wichtiger Ausgangspunkt für den Film waren die in den 1970er- oder 1980er-Jahren niedergeschriebenen Erinnerungen von Janez Gallob. Darin schildert er nach einer kurzen Vorgeschichte die zwangsweise Aussiedlung der achtköpfigen Familie von ihrem Bauernhof auf ca. 1000 m Seehöhe im April 1942 und deren Rückkehr nach drei Monaten, dann den ersten Kontakt mit Partisanen im Jahr 1943, ab dem Frühjahr 1944 die aktive Unterstützung des Widerstandes gegen das NS-Regime. Am 7. November 1944 konnte Janez Gallob einer Verhaftung durch die Gestapo durch den Gang in die Illegalität zu den Partisanen entkommen, seine am Hof verbliebene Familie wurde im Dezember 1944 nochmals vom Hof vertrieben, die Mutter war dann drei Monate in Gestapo-Haft, die Kinder waren bei Verwandten untergebracht.

Sehr bewegend im Film sind die Erinnerungen der Kinder, die das alles miterlebten, aber auch die Erinnerungen und Gedanken der nach dem Krieg geborenen Nachkommen, u.a. auch dazu, was es in der Nachkriegszeit oft bedeutete, die slowenische Sprache in der Öffentlichkeit zu sprechen oder einen slowenischen Namen zu tragen.

Nach dem Film entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch unter den Anwesenden. Eine Enkelin von Janez Gallob schilderte, wie sie die Erzählungen ihres Großvaters im Familienkreis erlebte. Der Sohn einer Slowenin, die das KZ überlebt hatte, sprach von den Traumata, die sich tw. auf die nächsten Generationen übertragen. Zum Thema Sprechen bzw. eher Nicht-Sprechen über die belastende Geschichte meldeten sich u.a. auch die Tochter einer im Krieg aus Slowenien geflüchteten Deutschen und eines Sudetendeutschen sowie der Sohn eines deutschen Gebirgsjägers, der in Italien im Einsatz gegen Partisanen verwundet und danach im Klagenfurter Krankenhaus versorgt wurde, zu Wort.

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