Vermittlungsangebot

Die Dauerausstellung am Peršmanhof liefert einen umfangreichen Überblick über die Geschichte der Kärntner SlowenInnen im vergangenen Jahrhundert. Die moderne Ausstellungsarchitektur mit ausziehbaren Raumelementen und Schubladen lädt zum Verweilen ein und animiert die BesucherInnen, sich in einzelne Themenbereiche zu vertiefen. Audiovisuelle Medien - Hörstationen und Filmbeiträge - sowie zahlreiche biografische Beispiele rücken die Erfahrungen von ZeitzeugInnen in den Mittelpunkt und machen die regionale Geschichte lebendig und nachvollziehbar.

  • Geführte Rundgänge durch die Ausstellung für EinzelbesucherInnen und Gruppen während der Öffnungszeiten: Voranmeldung erbeten, Dauer ca. 1 ½ Stunden.
  • Büchertisch im Museum mit themenrelevanten Publikationen und DVDs.
  • Zeitgeschichtliche Spezialprogramme für ein- oder mehrtägige Aufenthalte in der Region Südkärnten: auf Anfrage.
  • Zeitgeschichtliche Wanderungen "von Hof zu Hof" unter fachkundiger Leitung von Zdravko Haderlap mit anschließendem Museumsbesuch: auf Anfrage, Dauer 3 bis 6 Stunden.
  • Projektarbeiten werden mit Textmaterialien, Literaturhinweisen, Vermittlung von ZeitzeugInnen bzw. InterviewpartnerInnen unterstützt.

Die Dauerausstellung


Der Peršmanhof ist historisch gesehen ein Wohnort und ein Tatort. Heute ist er auch ein Erinnerungsort. Der Ausgangspunkt der Dauerausstellung ist die Geschichte der am Peršmanhof ansässigen Bauersfamilie Sadovnik. Ihr Leben - der bäuerliche Alltag - wird ebenso beleuchtet wie das an der Familie begangene Kriegsverbrechen am 25. April 1945 und seine Justizgeschichte. Biografische Aspekte zu den einzelnen Familienmitgliedern bilden das Zentrum des Museums.
Ausgehend von der Familie Sadovnik erzählt das Museum die Geschichte der Kärntner SlowenInnen mit den beiden Hauptschwerpunkten Verfolgung und Widerstand, wobei sowohl die Vorgeschichte - von der Jahrhundertwende bis 1938 - als auch die Nachkriegsgeschichte berücksichtigt werden.

 


Themen der Ausstellung

Zeitraum 1900–1938:
Situation der Kärntner SlowenInnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Erster Weltkrieg und Zerfall der Monarchie.
Grenzkampf - "Abwehrkampf" und "Kampf um die Nordgrenze".

Volksabstimmung und politische Folgen.

Assimilations- und Germanisierungspolitik.

Repressionen in der Zwischenkriegszeit.

 

Zeitraum 1938–1941:

Das Jahr 1938 und das Abstimmungsverhalten der Kärntner SlowenInnen.

Situation der Minderheit nach dem "Anschluss".

Grundzüge der NS-Politik gegenüber den Kärntner SlowenInnen.

Germanisierung, Repressionen und Verfolgung.

Überfall des Deutschen Reiches auf Jugoslawien.

 

Zeitraum 1941/42–1945:
Deportation im April 1942.

Lager an der Ebenthaler Straße.

Deportierte Kärntner SlowenInnen in den Lagern der "Volksdeutschen Mittelstelle".

Kärntner SlowenInnen in Konzentrations- und Vernichtungslagern.

Kärntner SlowenInnen in Jugendkonzentrationslagern.
Lageralltag und Überlebensstrategie.

Wege in den Widerstand.
Grundlagen und Organisationsstruktur des PartisanInnenkampfes.

(Über)Lebensalltag als Partisanin.

Frauen im Kampf.

Kinder und Jugendliche im PartisanInnenkampf.

Zivilbevölkerung im PartisanInnenkampf.

Partisanenbekämpfung.

Das SS- und Polizeiregiment 13.

Das Peršmanmassaker.

Kriegsende und Befreiung

 

Zeitraum 1945–1990:

Situation der Kärntner SlowenInnen von 1945–1955.

Bad Eisenkappel im Jahr 1947.

Justizgeschichte Peršmanmassaker.

Der Peršmanhof in der geschichtskulturellen Verarbeitung.

Geschichte des Denkmals.

 

Kunst im Museum

In der Installation "Das Ende der Erinnerung" spricht der österreichische Künstler Ernst Logar mit zwölf Kärntner SlowenInnen, die mit oder als PartisanInnen Widerstand gegen das NS-Regime leisteten. Diese Männer und Frauen erzählen von einschneidenden Kriegserfahrungen, den Nachkriegsjahren, bis hin zu ihrer heutigen Lebenssituation in Kärnten. Die vom Künstler aufgezeichneten Gespräche zeugen von Menschen, die sich gegen das NS-Regime gestellt haben und deren unmittelbare Erinnerungen bald verloren sein werden.

Die Rauminstallation wurde bisher an vielen geschichtsträchtigen Orten in Österreich gezeigt: im Palais Epstein (Österreichisches Parlament), in der Gedenkstätte für Opfer der NS-Justiz im Landesgericht Wien, im Museum Moderner Kunst Kärnten, im Kulturhaus St. Primus, in der Aula der Universität Wien sowie im Pavelhaus in Laafeld bei Bad Radkersburg. Als Dauerleihgabe von Ernst Logar ist die Installation jetzt im Museum Peršmanhof zu sehen.

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