Das Museum am Peršmanhof

Der Bergbauernhof der Familie Sadovnik, der Peršmanhof, war ab 1942 ein wichtiger Stützpunkt der Widerstandsbewegung, die sich von Jugoslawien ausgehend auch in Kärnten stark verbreitet hatte. Kurz vor Kriegsende, am 25. April 1945, verübten Angehörige des SS- und Polizeiregiments 13 ein Massaker am Peršmanhof: Elf Personen, alles Angehörige der Familien Sadovnik und Kogoj, wurden erschossen. Dieses Verbrechen schrieb sich nach Kriegsende im Gedächtnis der Kärntner SlowenInnen als Symbol für kollektive Leiderfahrungen während des NS-Regimes ein.

Nachdem 1965 vom Verband der Kärntner Partisanen am ehemaligen Wohnhaus der Familie Sadovnik eine Gedenktafel angebracht worden war, initiierte der Verband 1982 am Peršmanhof die Einrichtung eines kleinen Museums, das sich der Geschichte von Widerstand und Verfolgung widmete. Ein Jahr später wurde am Vorplatz des Museums jenes Widerstandsdenkmal errichtet, das an seinem ursprünglichen Standort in Völkermarkt 1953 gesprengt und zerstört worden war. Damit waren die wichtigsten Grundlagen für die Bedeutung des Peršmanhofes als Museums- und Erinnerungsort geschaffen.

Auf Initiative des Verein Peršman wurde der Peršmanhof 2012 zu einem modernen, zeitgeschichtlichen Museum ausgebaut und inhaltlich neu gestaltet. Über 100 m² Ausstellungsfläche widmen sich nun den Schwerpunktthemen Verfolgung und Widerstand der Kärntner SlowenInnen unter besonderer Berücksichtigung der Peršmanfamilie, ihrer Ermordung sowie der Justizgeschichte des Verbrechens.
Die gesamte Ausstellung ist zweisprachig in den Kärntner Landessprachen (deutsch und slowenisch) konzipiert. Den Museumsbetrieb und die Betreuung von BesucherInnen organisiert der Verband der Kärntner Partisanen in enger Zusammenarbeit mit dem Verein Peršman.

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